Ach, ach, ach und ach,

Wie schön′s doch früher war!

Vor, vor, vor und vor,

Vor drei-, vierhundert Jahr!

Da räuberte mein Ahn′ umher,

Als ob das Beste seine wär′;

Jetzt wird man gleich gefangen,

Gehangen!

 

Wir, wir, wir, wir zähln

Schon lange vor Noah;

In, in, in der Arch′

War mein Geschlecht schon da!

Doch zeig′ ich jetzt mein Wappen auf,

Wo unser Eselskopf darauf,

So lachen mir die Wichte

In′s G′sichte.

 

Jetzt, jetzt, jetzt und jetzt,

Jetzt wand′re ich zu Fuß;

Weil, weil, weil und weil

Ich Arbeit suchen muß.

Was hilft mir nun mein Stammbaum auch,

′S wächst nicht Brod und Butter drauf.

Muß sie mit sauern Mienen

Verdienen.

 

Wer, wer, wer und wer

Kauft mir mein′n Adel ab?

Daß, daß, daß und daß

Ich etwas davon hab′?

Denn wenn wenn ich Nichts von haben thu′,

Als Schweiß und Hunger und Durst dazu,

So dank′ ich für die Ehre

Euch sehre!


Das Gedicht "Wanderlied eines adligen Handwerksburschen" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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