O Mädchen, durch all dein Lachen und Singen

Vernehm′ ich ein leises Seufzen oft;

Hoch klopft dir das Herz, als wollt′ es zerspringen,

Von dem, was es fürchtet und träumt und hofft.

 

Wie Wolken über die blühenden Matten,

Wie über wogende Saaten der Wind,

So ziehen rastlos Gedankenschatten

Ueber dein lächelndes Antlitz, Kind!

 

Die Lippen im wachenden Traume bewegst du,

Es ist, als pflögst du mit Geistern Gespräch;

Dann plötzlich die Augen zu Boden schlägst du,

Und hocherrötend eilst du hinweg.

 

Wohl hab′ ich die Zeichen erkannt; verhehle,

Thörichtes Mädchen, es länger nicht!

Dir flackert im Hauche der Liebe die Seele,

Wie im Odem der Nacht ein Licht.


Das Gedicht "Die Zeichen" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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