Tag der Sommersonnenwende,

Schönster in der Brüder Schar,

Seines Segens reichste Spende

Häuft durch dich auf uns das Jahr.

 

Alle deine goldnen Stunden

Zu genießen voll und ganz,

Früh dem Schlummer schon entwunden

Hab′ ich mich beim Sternenglanz.

 

Sah die Dämmernebel brechen,

Als sein Thor der Ost erschloß,

Und dein Licht in Flammenbächen

Auf die Erde niederfloß;

 

Sah, wie sie in durst′gen Zügen

Schlürfte von dem reinen Trank,

Bis in seligem Genügen

Sie in Mittagsträume sank.

 

Hoch mit dir am Himmelsbogen

Ist auf deiner lichten Bahn

Meine Seele hingezogen

Ueber Berg und Ocean.

 

Und in sich, bis tief, tiefinnen

Sie gesättigt war von Glut,

Ließ in vollem Strom sie rinnen

Deiner Strahlen heil′ge Flut.

 

Noch im Sinken lange, lange

Leuchtetest du, goldner Tag;

Lang noch nach dem Untergange

Glühe mir im Herzen nach!


Das Gedicht "Der längste Tag" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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