Wer bist du, dessen Odem auf den Wogen

Der Töne mir entgegenquillt?

Entzückungen, die nicht von dieser Erde,

Wehn leise mich aus ihnen an; ich werde

Hinunter an das bleiche Meer gezogen,

Das zwischen hier und drüben schwillt.

 

Mich führt ein Weib, verhüllt mit weißem Schleier,

In ihren Kahn; von dannen trägt

Der Windeshauch uns auf dem Wellenspiele,

Das sich melodisch bricht am Kiele

Und tönend bei den Klängen ihrer Leier

Stets weitre, weitre Kreise schlägt.

 

Ein Lispeln hallt um mich von Geisterstimmen,

Und Laute, die ich nie gekannt,

Und Murmeln hör′ ich ungesehner Quellen;

Dann legt sich große Stille auf die Wellen,

Drauf weiße, wunderbare Blüten schwimmen,

Wie Boten von dem Jenseitsstrand.

 

In eine Schale, während süßes Beben

Vom Haupt zum Fuße mich durchschleicht,

Schöpft von den blassen Wellen die Verhüllte

Und bietet mir zum Trank die randgefüllte;

Mir stockt der Atemzug; ist′s Tod, ist′s Leben,

Was sie mir in dem Kelche reicht?


Das Gedicht "Bei Musik" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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