Es steht ein altes Gemäuer

Hervor aus Waldes Nacht,

Wohl standen Klöster und Burgen

Einst dort in herrlicher Pracht.

 

Es liegen im kühlen Grunde

Behauene Steine gereiht;

Dort schlummern die Frauen, die Starken,

Die Mächt′gen der alten Zeit.

 

Was kommst du nächtlicher Weile

Durchwühlen das alte Gestein?

Und förderst hervor aus den Gräbern

Nur Staub und Totengebein.

 

Unmächtger Sohn der Stunde,

Das ist der Zeiten Lauf,

Lass ruh′n, laß ruh′n die Toten,

Du weckst sie mit Klagen nicht auf.


Das Gedicht "Lass ruh′n die Toten" stammt von   (1781 - 1838).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte