1.

Sind es Schatten ferner Zeiten,
Schatten schon aus Zukunftstagen,
Die durch meine Seele gleiten,
Die zu mir herüberragen?

Denn oft bluten alle Wunden,
Alle Sterne, sie erblassen –
Und ich kann in solchen Stunden
Nichts mehr lieben – nichts mehr hassen.

2.

Ihr ahnt nicht, wie der dumpfe Drang
   Die Seele mir zerrissen,
Und wie ich litt, ach, wie ich rang
   In Schmerz und Finsternissen –
Wie einst so bang, so qualvoll-bang
   Durch Hirn und Herz geklungen,
Was endlich sich als herber Sang
   Aus meiner Brust gerungen,
Wie ich erschreckt von diesem Klang,
   Mich schaudernd mußte fragen,
Ob ich's vermocht so stumm, so lang
   Mein klingend Weh' zu tragen.


Das Gedicht "Schatten" stammt von   (1839 - 1901).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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