O Lady Judith, spröder Schatz,

Drückt dich zu fest mein Arm?

Je zwei zu Pferd haben schlechten Platz

Und Winternacht weht nicht warm.

 

Hart ist der Sitz und knapp und schmal,

Und kalt mein Kleid von Erz,

Doch kälter und härter als Sattel und Stahl

War gegen mich dein Herz.

 

Sechs Nächte lag ich in Sumpf und Moor

Und hab′ um dich gewacht,

Doch weicher, bei Sankt Görg ich′s schwor,

Schlaf′ ich die siebente Nacht!


Das Gedicht "Entführung" stammt von   (1798 - 1871).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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