Des Geistes Sturz in unermeßne Schmach,
Das ist die Tat der Lust, und bis zur Tat
Voll Mord und Meineid, Blut und Ungemach,
Wild, maßlos, grausam, roh und voll Verrat;

Verachtet schon, wenn eben noch begehrt,
Sinnlos gejagt, und endlich, wenn errungen,
Sinnlos verflucht, ein Köder, der, verzehrt,
Mit Tobsucht jeden schlägt, der ihn verschlungen;

Toll im Verlangen, im Besitze toll,
Habend gehabt, in Habbegierde wild,
Süß im Genuß, genossen qualenvoll,

Vorher ein Glück, ein Traum nur, wenn gestillt;
Das weiß die Welt, doch keiner weiß zu fliehn
Die Himmelswonnen, die zur Hölle ziehn.


Der Text des Gedichts "Sonett 129" stammt von (* 1564-00-00, † 1616-05-03).




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