Des Geistes Sturz in unermeßne Schmach,
Das ist die Tat der Lust, und bis zur Tat
Voll Mord und Meineid, Blut und Ungemach,
Wild, maßlos, grausam, roh und voll Verrat;
Verachtet schon, wenn eben noch begehrt,
Sinnlos gejagt, und endlich, wenn errungen,
Sinnlos verflucht, ein Köder, der, verzehrt,
Mit Tobsucht jeden schlägt, der ihn verschlungen;
Toll im Verlangen, im Besitze toll,
Habend gehabt, in Habbegierde wild,
Süß im Genuß, genossen qualenvoll,
Vorher ein Glück, ein Traum nur, wenn gestillt;
Das weiß die Welt, doch keiner weiß zu fliehn
Die Himmelswonnen, die zur Hölle ziehn.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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