Für mich, Geliebter, wirst du niemals alt!
Wie ich dich sah, schön wie zum erstenmal
Scheinst du mir noch! Ob dreimal auch im Wald
Der Frost seitdem den Schmuck der Bäume stahl,
Dreimal der Lenz zum gelben Herbste schwand
Und dreimal, wie die Zeiten rasch vergehn,
Des Maien Duft erstarb im Junibrand,
Seit ich zuerst dich frisch wie heut gesehn.
Doch ach! es schwindet alle Schönheit sacht,
Unmerkbar wie der Zeiger an der Uhr;
Mir scheint nur zu beharren deine Pracht,
Doch flieht auch sie und täuscht mein Auge nur.
Ihr künft′gen Enkel, hört denn, was euch droht:
Eh ihr geboren, war die Schönheit tot!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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