Wir saßen so traulich beisammen

Im kühlen Erlendach,

Wir schauten so traulich zusammen

Hinab in den rieselnden Bach.

 

Der Mond war auch gekommen,

Die Sternlein hinterdrein,

Und schauten so traulich zusammen

In den silbernen Spiegel hinein.

 

Ich sah nach keinem Monde,

Nach keinem Sternenschein,

Ich schaute nach ihrem Bilde,

Nach ihren Augen allein.

 

Und sahe sie nicken und blicken

Herauf aus dem seligen Bach,

Die Blümlein am Ufer, die blauen,

Sie nickten und blickten ihr nach.

 

Und in den Bach versunken

Der ganze Himmel schien

Und wollte mich mit hinunter

In seine Tiefe ziehn.

 

Und über den Wolken und Sternen,

Da rieselte munter der Bach

Und rief mit Singen und Klingen:

Geselle, Geselle, mir nach!

 

Da gingen die Augen mir über,

Da ward es im Spiegel so kraus;

Sie sprach: Es kommt ein Regen,

Ade, ich geh nach Haus.


Das Gedicht "Tränenregen" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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