Vor der Türe meiner Lieben
Häng′ ich auf den Wanderstab,
Was mich durch die Welt getrieben,
Leg′ ich ihr zu Füßen ab.
Wanderlustige Gedanken,
Die ihr flattert nah und fern,
Fügt euch in die engen Schranken
Ihrer treuen Arme gern!
Was uns in der weiten Ferne
Suchen hieß ein eitler Traum,
Zeigen uns der Liebe Sterne
In dem traulich kleinen Raum.
Schwalben kommen hergezogen –
Setzt euch, Böglein, auf mein Dach!
Habt euch müde schon geflogen,
Und noch ist die Welt nicht wach.
Baut in meinen Fensterräumen
Eure Häuschen weich und warm!
Singt mir zu in Morgenträumen
Wanderlust und Wanderharm!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Empfehlungen
Weitere gute Gedichte des Autors:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte