Am Bach viel kleine Blumen stehn,

Aus hellen blauen Augen sehn;

Der Bach, der ist des Müllers Freund,

Und hellblau Liebchens Auge scheint,

Drum sind es meine Blumen.

 

Dicht unter ihrem Fensterlein,

Da will ich pflanzen die Blumen ein,

Da ruft ihr zu, wenn alles schweigt,

Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt,

Ihr wißt ja, was ich meine.

 

Und wenn sie tät die Äuglein zu

Und schläft in süßer, süßer Ruh,

Dann lispelt als ein Traumgesicht

Ihr zu: Vergiß, vergiß mein nicht!

Das ist es, was ich meine.

 

Und schließt sie früh die Laden auf,

Dann schaut mit Liebesblick hinauf:

Der Tau in euren Äugelein,

Das sollen meine Tränen sein,

Die will ich auf euch weinen.


Das Gedicht "Des Müllers Blumen" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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