Hier liege, glückliches Papier,

Bis die Geliebte blickt nach dir,

Und rollt dich auf und liest und lacht

Und denkt: »Wer hat mir das gemacht?«

 

Sie hebt dich auf, sie steckt dich ein,

Sie wirft dich weg, es könnte sein:

Dann lieg am Boden still und stumm

Und rühr dich nicht und sieh dich um.

 

Und sieh, was ich nicht denken kann,

Mit unverwandten Blicken an.

Sie fühlt bei dir sich nicht belauscht,

Die Hülle sinkt, das Wasser rauscht.

 

O fliege, glückliches Papier,

O fliege dann zurück zu mir!

Was ich gedacht, dir ward′s vertraut,

Vertraue mir, was du geschaut.


Das Gedicht "Auf einem Zettel in der Badestube" stammt von   (1794 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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