Die Mißgunst lauscht auf allen Wegen,

Daß sie der Liebe Glück verrät,

Doch treue, zarte Liebe geht

Auf tausend unbewachten Stegen;

Ein Druck der Hand, ein flücht′ger Blick

Sagt mir der Liebe süßes Glück.

 

Und zog ich auch in weite Ferne,

Es zog mit mir mein stilles Glück,

Denn schau ich nicht der Liebe Blick,

So blick ich auf zum Abendsterne;

Wie ihres Auges stille Glut

Strahlt er ins Herz getrosten Mut.

 

Und wallen meine Tage trüber

Und dringt kein Trost von ihr zu mir,

Und dringt mein Sehnen nicht zu ihr,

Kein Wort von ihr zu mir herüber;

Mein stilles Glück ist nicht getrübt,

Ich weiß ja doch, daß sie mich liebt.

 

Drum klag ich nicht in weiter Ferne,

Weil Neid der Liebe Weg belauscht,

Wenn auch nicht Wort mit Wort sich tauscht,

Mir strahlt ein Trost im Abendsterne;

Aus seinen milden Strahlen quillt

Mir meiner Liebe trautes Bild.


Das Gedicht "Trost" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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