(Lied aus der Ferne)

1824

 

Ihr Töne meiner Saiten,

Ihr tönt so sanft, so mild,

Mit Träumen ferner Freuden

Habt ihr mein Herz erfüllt.

Des Liebchens Kuß, des Liebchens Blick,

Führt mir der sanfte Ton zurück,

Der eurem Hauch entquillt!

O lispelt leise, leise!

Dann träum ich schönre Zeiten

Und meiner Liebe Bild.

 

Wenn auf der Berge Höhen

Der Strahl des Morgens fällt,

Möcht ich mit Windeswehen

Zu meiner Jugendwelt,

Möcht eilen mit des Morgens Strahl

Zum blauen Berg, zum fernen Tal,

Das sie umfangen hält.

Vergebens, ach vergebens!

Mir blüht kein Wiedersehen

In meiner Jugendwelt.


Das Gedicht "Sehnsucht (Lied aus der Ferne) " stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte