dem jungen Ehepaar

 

Die Tante wird Frau Helferin,

Der Onkel wird ihr Mann,

Wir wissen′s ganz gewiß, sie hat

Das Hochzeitkleidchen an.

 

Jetzt darf sie nicht mehr von ihm fort,

Bleibt nicht viel Wochen fern;

Das freut uns recht, wir gönnen′s ihr,

Sie hat ihn ja so gern.

 

Sie bleibt bei ihm in seinem Haus,

Sie hat ihn alle Tag;

Sie macht ihm morgens den Kaffee

Und kocht ihm, was er mag.

 

Sie backt ihm Kuchen groß und süß

Und viele Zwiebeln drin,

Wie kriegt′s der Onkel doch so gut

Bei seiner Helferin.

 

So leben sie und freuen sich

Noch viele Dutzend Jahr,

Und Onkel hat die Tante gern,

Wie′s bei der Hochzeit war,

 

Und sind wir Mädchen einmal groß,

Dann sind sie alte Leut!

Dann kocht sie ihm noch alle Tag

Und liebt ihn noch, wie heut.


Das Gedicht "Die kleinen Geigerlein" stammt von   (1802 - 1827).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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