1.

 

Eins wie das andre! Journal und Almanach, Zeitung und tausend

Uebersetzungen macht nun man auf deutschem Parnaß.

Was ist Apoll geworden? Ein Spekulant, und Fabriken

Legt er sich an, und kaum treibt er′s Papier noch sich auf.

Stets an der Press′! und die Hand, von der Druckerschwärze beschmutzet,

Wäscht er am Sonntag sich rein im kastalischen Quell.

In Italien aber, da schreibt man Sonette zusammen,

Anakreontica und Hendecasyllaben auch.

Tausende liest man vor in den Akademien am Tiber,

Professoren sind es, Monsignori dazu,

Cavalieri, Grafen, Abbati, Barone, Doktoren,

Alle Stände, doch fehlt einzig der Dichter dabei.

 

2.

 

Und sie conjugiren: ich liebe, du liebest, er liebet,

Ich bin, du bist, er ist - nichts als ein schlechter Poet.


Das Gedicht "Sonettendichter" stammt von   (1804 - 1830).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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