Laßt mich schwärmen und quälet mich nicht; im Lande der Fabel

Leb′ ich, so sei auch mein Herz, sei auch mein Lied ihr geweiht.

Bleibt in den Fesseln und glaubt was euch die Amme gelehret;

Anderes aber bewegt mir den entbundenen Geist.

Dieser Boden, er trug der Offenbarungen jede;

Jupiter, Mahom und Christ glaubt′ und verehrte man hier.

Drum verarget mir nicht, wenn mir der Tempel Girgenti

Mehr als der maurische Dom Opfer und Andacht verdient;

Wenn dein uranisches Wundergebild, Syrakus, wenn die Göttin

Mehr als das heilige Holz heute dem Auge gefällt.

Dir gestatt′ ich dafür, daß du deutschthümlicher Salbung

Lebest für gothische Kunst, gothischen Glaubens erstirbst.

Erst ein Jude, dann Christ, erst Protestant, dann katholisch,

Wahrlich ein Heiland, doch erst will ich am Kreuze dich sehn.


Das Gedicht "Sicilianische Lieder (3) - Religionen" stammt von   (1804 - 1830).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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