Wo weilst du in der Ferne
du meines Herzens Wonne,
bei'm Schein der lichten Sterne,
bei'm Glanz der goldnen Sonne?

So ruf' ich aus am Tage
in einsam düstern Nächten,
und manche stumme Klage
will mit dem Himmel rechten.

Es deuten alle Stellen
auf wonnevolle Stunden,
doch meine Tränen quellen,
denn ach! sie sind verschwunden.

Wie viel Erinnerungen
in meiner Seel' erbeben?
Aus weiter Fern erklungen
sie zu mir niederschweben.

Und sinkt herab das Dunkel
erhellt die düstere Räume,
der Lampe Lichtgefunkel
erscheinen wache Träume.

Ihr Geist in holden Bildern
schwebt dann an mir vorüber,
mir Herz und Sinn zu mildern,
doch werd' ich nur noch trüber.

Denn um in ihren Armen
der Liebe Lust zu fühlen,
an ihrem Mund, den warmen,
mit Küssen süß zu spielen.

Will ich jetzt mit den Händen
nach ihr gewaltsam streben,
doch an den dunkeln Wänden
seh' ich das Bild verschweben.


Das Gedicht "Sehnsucht nach der Geliebten" stammt von   (1804 - 1830).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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