Religion ist die Seele der Kunst und heil′ge Geschichte,

Und die Bibel allein bringt ihr Gedeihen und Heil.

Glauben und Frömmigkeit sei′s und stille christliche Demuth,

Und der heilige Geist, der dich beseele zum Werk.

Fliehe vor allem den Reiz der Sinnlichkeit, denn der Aesthetik

Ist sie Sünd′, ist sie Tod, wie der Moral sie es ist.

Geist, unsichtbares Wesen, geheimnißvolles und tiefes

Hast du zu malen, und nicht irdische niedre Natur.

Denn nach ihrem Gesetz, nach ihren lieblichen Formen

Schaue du nicht, das genügt einzig dem heidnischen Sinn.

Aus der eigenen Tiefe, dem innern Schauen und Fühlen

So empfange dein Bild, schaff′ es von innen heraus;

Und weil wir unsichtbar Unsichtbares bilden nicht können,

Sei′s von der groben Natur wenigstens gänzlich entfernt.

Drum mit wenigem Fleisch und himmlischer Magerkeit kleide

Deine Heil′gen, so daß fast ihre Seelen man sieht.

Alte Meister, sie lehren es dich, mit frommer Verehrung

Schaue sie an, und es wird dir das Geheimniß enthüllt.

Besser sind ihre Fehler, als selbst die Tugenden Neu′rer,

Bete Fiesole an, Guido verachte mir brav.

Bleibst du in Armuth auch, und schätzt man hienieden dich wenig,

Ist dir die Gnade dafür, jene von oben, gewiß.


Das Gedicht "Historienmaler - Deutscher" stammt von   (1804 - 1830).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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