1.

 

Spendet der Gott der Freude dir einen Becher voll Weines,

Halt ihn beisammen und wirf nicht in den Ocean ihn.

So auch wäre Goldoni mir viel, doch Talent und Gedanken

Seh′ ich nun leider im Meer seiner Komödien verschwemmt.

 

2.

 

Dir wohl reicht′s zur Komödie, tritt eine Dame der andern

Nur auf den Fuß, auf das Kleid, - aber nicht mir, mit Verlaub.

 

3.

 

Die Komödie scheint nur das Kind politischer Freiheit,

Drum bei den Griechen auch nur sahen politisch wir sie.

Wir sind allzu politisch, um die Verkehrtheit zu geißeln,

Und die Komödie hilft äußerst politisch sich durch.

 

4.

 

Alte Freiheit wählte den Staat und das offene Leben

Sich zum Schauplatz, doch uns bleiben die Stuben kaum frei.

Darum zürne mir nicht, wenn unsre Komödien schlecht sind,

Außerm politischen Joch blieb uns die Ehe ja nur.


Das Gedicht "Goldoni" stammt von   (1804 - 1830).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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