Ein Priester sei der Dichter immerfort,
Er wahre treu der Dichtung heiligen Hort.
Im Rausch des Wahnsinns geb' er flammend kund:
Die Offenbarung aus der Gottheit Mund.
Ganz poch' in seiner Brust der Menschheit Herz,
Ganz ström' er aus der Menschheit Lust und Schmerz.
Er sei Prophet, der in der tiefsten Nacht
Die Sehnsucht nach dem Lichte neu entfacht.
Er sei ein König in der Schönheit Reich,
Der sündigen Menschheit Heiland allzugleich.
Er sei die Flamme, die da ewig brennt,
Die Sonne an der Völker Firmament,
Nicht eher dann verklingt des Sanges Schall,
Bis daß der letzte Mensch erstarb im All.
Das Gedicht "Zum Eingang" stammt von Wilhelm Arent (1864 - 1913).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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