Sturmwolken mir zu Häupten zieh'n,

Verweht der Vögel Melodien

Nach Südens Zauberlande;

Nur einige Blumen einsam blüh'n,

Im Sonnenstrahl sie nicht erglüh'n,

Nun welken sie im Sande.

Wirr braut der Nebel auf dem Fluß,

Verrauscht ist längst der Liebe Kuß,

Wie schwand der Lenz so balde!

Rauh breitet nun sein Leichentuch

Der Winter. Und ein düst'rer Fluch

Legt sich auf Flur und Halde.


Das Gedicht "Verrauscht" stammt von   (1864 - 1913).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte