Aus der Gassen wüstem Lärmgedränge,
Aus der Großstadt staubig-dumpfer Enge
Wall' ich wonnigfroh zu dir, Natur!
Tausend Träume trunken mich umweben,
Ueber mir die Lerchen jubelnd schweben,
Jauchzend wandle ich der Sonne Spur.
Und ein Meer von süßen Melodien
Fühl' ich wogend mir im Busen glühen!
Meine Seele athmet seligfrei:
Plötzlich stirbt der Sinne Gluthverlangen,
Gottes ewiger Hauch hat mich umfangen,
Frieden spendest du, thaufrischer Mai.
Das Gedicht "Thaufrischer Mai" stammt von Wilhelm Arent (1864 - 1913).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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