Vorüber ist der Graus der Nacht,

Gebrochen ist des Sturmes Macht.

Wie weht die Morgenluft so lau!

Wie glitzert licht die grüne Au!

Ein jeder Bach, ein jeder Rain

Lockt weiter in die Welt hinein.

Ich bette mich in's weiche Moos,

Ich träume in des Waldes Schooß.

Rings duftet der Wachholderdorn,

Vor meinen Augen wogt das Korn,

Die Lerche jubilirt im Blau –

Nur sonniges Glück, wohin ich schau'.

In süßer Gottestrunkenheit

Dehnt sich die Seele frei und weit,

Sie möchte untertauchen ganz

In all' dem Duft, in all' dem Glanz.


Das Gedicht "Süße Gottestrunkenheit" stammt von   (1864 - 1913).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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