Der schwarze Himmel bleckt zerfreßne Zähne

Auf Splitter-Tanz in wogendem Gefild.

Am Horizont sträubt Bajonetten-Mähne

 

Sich zackig aufwärts. Donnernd birst der Schild

Gebäumten Hügels. Aus den Feuer-Ritzen

Erheben warmen Blutes Düfte mild

 

Schwankende Häupter. Angesichter blitzen

Emporgekreiselt maskenhaft im Schaume.

Verkohlte Leichen (Vogelscheuchen) sitzen

 

Am Rein versammelt unter dürrem Baume,

Die Sterne springen toll in Wolken-Lücken.

Verschlafne schreien auf aus bösem Traum.

 

Dunstige Täler speien Feuer-Tücken. -

"O wandle über Meere, Geist des Christ!

Die Wahnsinn-Nacht im Zorne zu zerstücken!"

 

"Wer sagt das Große, das im Herzen ist,

Da noch verfluchte Macht in Allen lauert?

Da du noch fern in armen Winkeln bist!"

 

Wir sind gewürgt! und Aug und Ohr vermauert!


Das Gedicht "Vision 1" stammt von   (1895 - 1925).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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