Keines Menschen Alltag ist frei von erbärmlichen Stunden,

Alles Menschenleben ist Kranken und Wiedergesunden.

Doch in der schwächsten Stunde auch flehe ich nicht um mein Leben,

Gott, du kannst es mir nehmen , du hast es mir gegeben.

Eines erfleh ich im Stande der Schwachheit von dir allein:

Laß die kraftlose Stunde mein letztes Stündlein nicht sein!

Gott , du hast mir noch immer die matten und schlaffen

Stunden zum würdigen Leben umgeschaffen -

Laß mich vom Brot des Todes nicht feige und unwürdig essen,

laß in der heiligen Wandlung mich alle durchlittene

Schwachheit vergessen!


Das Gedicht "Gebet um Kraft" stammt von   (1887 - 1917).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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