Gern glaub ich den Zufälligkeiten,

Das Flüchtigste wird mir bewußt.

Süß ists, an den Grenzen zu schreiten,

Zu tauschen Entsagung mit Lust.

 

Vergänglichem wahllos ergeben,

Wird frei der Gedanke und weit;

Ein Leben vernichtet das Leben...

Ein Schatten - die Wirklichkeit.

 

Nicht wünsch ich, als Herrscher zu thronen

Des Schicksals - bestimmt ist sein Lauf.

Im Kloster, wo Sternbilder wohnen,

Stoß Falltür um Falltür ich auf.

 

O Zufall, du Triebwerk der Tage,

Der Nächte melodisch Getön,

Du Rausch, den ich stolz in mir trage,

Poem, du, unendlich schön.


Das Gedicht "Zufälligkeiten" stammt von   (1873 - 1924).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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