Fäden, so zart, doch machtvoll ausgesendet
Vom Blütenduft zu einer Blüte Rand,
So wie der sonst unsichtbare Brillant,
Von eines Ringes Rund umspannt, uns blendet.
Der Phantasie Gestalten: hergewendet
und dann - gleich eilen Wolken - fortgesandt,
Leben Jahrhunderte, in Stein gebannt,
In einen Satz, geschliffen und vollendet.
Und ich, ich wünsch, daß alle meine Träume,
Zur Welt gelangt im flügelnden, im Wort,
Die Fäden fänden, die ersehnten Räume.
So seist du, Freund - leg nicht die Zeilen fort -
Berauscht vom Wohllaut, der die Verse füllt,
Und von der Lettern ruhig schönem Bild.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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