Im verlebten Aug, dem starren

Lächeln such ich oft die Züge,

Derer, die - kein Maß galt - liebten

Bis zum Irrwahn, bis zur Lüge,

 

Les in falschen Zärtlichkeiten,

Müdender Bewegung Bahnen

Wie in eines Traumbuchs Seiten

Von der Sehnsucht, der vertanen.

 

Hinter Gleichmut, Ödnis, Leere

Spür ich fern der Lüge Mauern

Noch der Wollustnächte Schwere

Und im Schlafe selbst ein Schauern.

 

Keines Zufalls Stimme, liebe

Ich die Gier des Tods, der Keimnis

Und im Schlaf voll fad-geübter

Zärtlichkeit noch das Geheimnis.


Das Gedicht "Einer Zufälligen" stammt von   (1873 - 1924).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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