Es gibt Dämonen des Staubes

Wie Dämonen des Lichts und des Schnees.

Es gibt Dämonen des Staubes.

Ihr Kleid, das purpurn ich seh,

Im Feuer verbrennt.

Mit Grau behängt

Entschwinden sie, lächelnd-spöttischen Zaubers.

 

Die Dämonen des Staubes,

Wie Tiere sind sie auf Schränke verkrochen,

Mit geschlossenem Auge.

Doch kaum stehn die Türen offen,

Erbeben sie neu

Und blicken scheu;

Es schwingen sich, tanzend, Dämonen des Staubes.

 

Wo eins ihnen fiel zum Raube,

Da ist Ruh, da sind Träume und Schlaf

Wie in Grabgewölbs Raume.

Sie schlummern, sie liegen schlaff,

Und gekauert ins Eck,

Sehn sie nicht durchs Gewb.

Doch daß sie gesiegt, sie wissens im Traume.

 

O ihr Dämonen des Staubes!

Ihr seid Herrn der farbbunten Welt!

O ihr Dämonen des Staubes!

Jedes Zeitalter hat euch höher gestellt!

Euer Tag wird es sein -

Wenn alles schläft ein

Unterm lautlosen Wehn auffliegenden Graus!


Das Gedicht "Dämonen" stammt von   (1873 - 1924).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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