Von schwankenden Halmen gleiten

Die Lichter der Monde aufs Land;

Die Masten tönen, die Saiten,

Gespielt von nicht sichtbarer Hand;

 

Bernsteinerne Zifferblätter

Hoch droben die Flamme erhellt,

Auf dürsternde Fliesen, auf Steige,

Die Stille begütigend fällt.

 

Im Netz, im schwanken, im schweren,

So still ward das neblige Grün,

Und lächelnd küßt die Hetären

Der Abend und läßt sie ziehn.

 

Die weichen Töne, die warmen

Des Klavierchords - der Abend verblich...

O Dämmer, du Welt voll Erbarmen,

Erfülle und tröste mich.


Das Gedicht "Dämmerung" stammt von   (1873 - 1924).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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