Seit deine Hände kühl an meinen ruhten,
 Fühle ich traumhaft ihre weiße Schwinge
 Tief in die Stille meiner Stunden fluten,


Doch eingebannt im Bilde vieler Dinge:
 Bald ruhen sie wie schöne weiße Schalen,
 Bald knistern sie um eine blaue Klinge,


Verblassen jetzt zu kränklichen Opalen
 Und sind nun selbst wie schmachtend matte Frauen –
Doch immer ist in ihren schmalen, fahlen


Gelenken, die das Netz des bleichen blauen
 Geäders zart und rätselhaft durchgittert,
 Ein irres Leuchten und ein stummes Grauen.


Ist dies mein Traumglanz nur, der so gewittert,
 Oder ist Funkenspiel dies deiner Seele
 Ein fahles Fieber, das in dir aufzittert


Und das du niederringst mit stolzer Kehle? –
O leih mir, Seltsame, die kühlen Hände,
 Doch nicht, daß ich sie so mit Fragen quäle


Und böser Stunden Spur in ihnen fände.
 Ganz leise nur, ganz lieb will ich sie nehmen
 Und wunschlos halten, deine blassen Hände,


Als wären sie zwei weiße Chrysanthemen.


Das Gedicht "Terzinen an ein Mädchen" stammt von   (1881 - 1942).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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