Eine stille große Güte
 Wacht nun zärtlich um mein Leben.
 Zweier Hände weiße Blüte
 Fühl ich durch mein Dunkel schweben.


Meine Seele klingt von Lachen,
 Doch sie wagt sich kaum zu rühren,
 Denn sie fürchtet, ein Erwachen
 Könnte ihren Traum entführen.


Und sie läßt die schlanken Hände
 Wortlos zu sich niederneigen,
 Aber wundersame Spende
 Wacht und wartet in dem Schweigen.


Denn im Schweigen dämmern Reime,
 Die sich sacht zu Versen bauen,
 Und aus halberschloßnem Keime
 Hebt sich leuchtend das Vertrauen,


Dieses selige Erleben
 Als ein Lied den schmalen, weichen
 Händen, die es mir gegeben,
 Tiefbeseligt darzureichen.


 


Das Gedicht "Die Hände" stammt von   (1881 - 1942).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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