Ich fahre heim auf reichem kahne -

Das ziel erwacht im abendrot -

Vom maste weht die weisse fahne -

Wir übereilen manches boot.

 

Die alten ufer und gebäude

Die alten glocken neu mir sind -

Mit der verheissung neuer freude

Bereden mich die winde lind.

 

Da taucht aus grünen wogenkämmen

Ein wort - ein rosenes gesicht :

Du wohntest lang bei fremden stämmen -

Doch unsre liebe starb dir nicht.

 

Du fuhrest aus im morgengrauen

Und als ob einen tag nur fern

Begrüssen dich die wellenfrauen

Die ufer und der erste stern.


Das Gedicht "Rückkehr" stammt von   (1868 - 1933).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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