Wie auf ausgespannten Sturmesschwingen

Eilt der Augenblick! - Den Flug der Zeit

Hemmt kein Wunsch; des Herzens bange Stunden

Schwinden hin, wie seine Seligkeit!

 

Weh den Armen, dessen trüben Sinnen

Der Sekunge Glück vergebens blüht,

Dem beim leisen Frühlingswehn der Freude

Nicht entzückt die blasse Wange glüht!

 

Denn ach! bald verrauscht wie Morgenträume

Unser Leben und der Vorhang sinkt.

Wir erwachen; - neue fremde Szenen

Warten unser, wo kein Leitstern winkt.

 

Welche dunkle, unbekannte Gegend

Jenes fremden Landes, wo noch nie,

Nie ein Pilger wiederkehrte, müssen

Wir durchwandeln? Wer beschreibt uns sie?

 

Ewigkeit! Vernichtung! - zwischen beiden

Bleibt der Sterbliche betroffen stehn,

Harrt, daß ihm an der Erfahrung Grenze

Soll ein höh´rer Strahl entgegenwehn.


Das Gedicht "Zukunft" stammt von   (1770 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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