Im sonnigen Schimmer,
So freundlich und warm,
da ging ich süß träumend
mit Liebchen am Arm.
Wie Atem der Liebe,
umfing mich die Luft;
es weh'te mir Freude
im blütigen Duft.
Rings tönte in Lüften
der Jubelgesang;
des Bächleins Gemurmel
ward flötender Klang.
Wie liebt' ich die Blumen,
die er mir gepflückt!
Wohl hab' ich verstohlen
an's Herz sie gedrückt!
Wir scherzten und hüpften
im sprossenden Hain,
wie Blümchen der Wiese
unschuldig und rein.
Nun weinet die Quelle,
nun seufzet der West,
nun sterben die Blumen,
da er mich verlässt!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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