In Tränen geh ich nun allein,

am Quell - Du kennst ihn wohl.

Ich blicke in den Bach hinein,

daß er mich trösten soll.

 

Du freundlich Liebesangesicht,

wie bist du doch so fern!

Dich bringt mir nun kein Tageslicht,

bringt nicht der Abendstern.

 

Mein Leben schließt die Augen zu,

weil es Dich nicht mehr sieht,

indes in Träumen ohne Ruh

mein Herz stets zu Dir zieht.

 

Die leise Welle rinnet klar,

und zeigt den grünen Grund.

O! Welle mache offenbar,

was wohl mich macht gesund!

 

Die Welle schweigt und fliehet bald,

doch unten frisch und hell

grünt wundervoll ein Pflanzenwald

bedeckt vom klaren Quell.

 

Und aus dem frischen Wasserreich

steigt hell der Trost zu mir:

»Es grünet so der Hoffnung Zweig

auch unter Tränen Dir.«


Das Gedicht "In Tränen geh ich nun allein" stammt von   (1770 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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