Wenn ich nur ein Vöglein wäre,

Ach wie wollt' ich lustig fliegen,

Alle Vögel weit besiegen.

 

Wenn ich so ein Vogel bin,

Darf ich alles alles haschen

Und die höchsten Kirschen naschen,

Fliege dann zur Mutter hin,

Ist sie bös' in ihrem Sinn,

Kann ich lieb mich an sie schmiegen,

Ihren Ernst ja bald besiegen.

 

Bunte Federn, leichte Flügel,

Dürft' ich in der Sonne schwingen,

Daß die Lüfte laut erklingen,

Weiß nichts mehr von Band und Zügel.

Wär ich über jene Hügel,

Ach dann wollt' ich lustig fliegen,

Alle Vögel weit besiegen.


Das Gedicht "Der Knabe" stammt von   (1770 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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