Durch die Gebüsche

Singend und helle,

Stürzet die frische

Silberne Quelle.

 

Ruhige Lieder

Flüstern die Bäume,

Selige Träume,

Säuseln hernieder.

 

Tief in dem Schatten,

Sehnend und milde,

Girret die wilde

Taube dem Gatten.

 

Tieferes Sehnen

Klagt Philomele,

Hauchet in Tönen

Liebend die Seele.

 

Wildes Gefieder

Singet dazwischen

Seltsame Lieder

Aus den Gebüschen.

 

Und des Akkordes

Fröhlicher Wahrheit,

Fehlt nur des Wortes

Schönere Klarheit.

 

Du! mit dem dunkeln

Aug' der Gazelle!

Laß an der Quelle

Bald es mir funkeln!

 

Laß, diese Klänge

Mild zu verschönen,

Süße Gesänge

Froh dir enttönen,

 

Und in die frischen

Wilden Akkorde

Zärtlich sich mischen

Trauliche Worte!


Das Gedicht "An Henriette von" stammt von   (1770 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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