Armer Baum! - an deiner kalten Mauer

festgebunden, stehst du traurig da,

fühlest kaum den Zephyr, der mit süßem Schauer

in den Blättern freier Bäume weilt

und bey deinen leicht vorübereilt.

O! dein Anblick geht mir nah!

und die bilderreiche Phantasie

stellt mit ihrer flüchtigen Magie

eine menschliche Gestalt schnell vor mich hin,

die, auf ewig von dem freien Sinn

der natur entfernt, ein fremder Drang

auch wie dich in steife Formen zwang.


Das Gedicht "An einen Baum am Spalier" stammt von   (1770 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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