Send′ mir Rosen, send′ mir Grüße!
Frische Rosen, Worte süße,
Daß ich an den Mund sie drücke
Und mein Krankenlager schmücke!
Daß mich in der holden Gabe
Deines Herzens Grüßen labe!
Laß mich glauben: in den Rosen
Deine Lippen mit mir kosen!
Wenn ich bald die Stengel fasse,
Bald den Händen sie entlasse,
Laß mich glauben, daß ich Deine
Hand fühl′ drücken heiß die meine!
Wenn ich mich am Dorne ritze,
Meinen, ′s war an deinem Witze!
Send′ mir Rosen, send′ mir Grüße,
Daß ins Herz mir Balsam fließe!
Laß im Gruß mich Liebe lesen
Und ich werde schnell genesen!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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