Niemand schwatze mir vom Lieben und von Hochzeitmachen – – vor,
Cypripors Gesang und Liedern weyh ich weder Mund noch – – Ohr.

Ich erwähl zu meiner Lust eine Cutt- und Nonnen – – Mütze,
Da ich mich in Einsamkeit wieder manches lästern – – schütze.

Ich will lieber Sauer-Kraut und die ungeschmeltzten – – Rüben
In dem Kloster, vor das Fleisch in dem Ehstands-Hause – – lieben.

Mein Vergnügen sey das Chor, wo ich sing und beten – – tue,
Denn dasselbe wirkt und schafft mir die wahre Seelen – – Ruhe,
Will mir den gefaßten Schluß weder Mann noch Jüngling – – glauben,
Immerhin, es wird die Zeit euch doch diesen Zweifel – – rauben.

Geht nur hin, und sucht mit Fleiß Amors Pfeile, Amors – – Waffen,
Und gebärdet euch dabei als wie die verliebten – – Affen!

Dorten stund in einem Carmen auf den Herrn von Ober – – nütz:
Kriegt das schöne Jungfer-Röckchen einen Flecken, Ritz und – – Schlitz,
So muß auch der Jungfern Glück und die edle Freiheit – – weichen,
Und dargegen sucht die Angst sich gar eilend einzu – – schleichen.

Dieser Vers hat recht gesagt, Jungfern können kühnlich – – lachen;
Dahingegen manches Weib sich muß Angst und Sorge – – machen.

Kriegt die Noth durch Gegen-Mittel eine Lindrung und ein – – Loch,
Ei, so währt es doch nicht lange, und man schauet immer – – noch
Eben so viel Bitterkeit als in Erfurt Mannes – – Krausen,
Leid und Trübsal, Gram und Pein will die armen Weiber – – zausen.

Kriegt ein Weib von ihrem Mann manchen Tag ein Dutzend – – Mäulchen,
Ey! so sagt, was folgt darauf? Uber gar ein kleines – – Weilchen
Brennt des Mannes Zorn wie Feuer, und er schwöret beim – – Parnaß:
Frau! ich werde dich noch prügeln, oder stecke dich ins – – Faß.

Dieser Weiber Not und Pein will ich mich bey Zeit ent – – schlagen,
Denn so darf kein Herzens-Wurm jemals meine Seele – – nagen.
Drum so sag ich noch einmal: Gute Nacht, du Scherz und – – Küssen,
Ich will deine Eitelkeit bis in meine Gruft ver – – missen.


Das Gedicht "Etliche so genannte Bouts-Rimés" stammt von   (1711 - 1740).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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