Eine Welle treibt die andre, also macht es auch ein Christ,
Wenn er auf dem Unglücks-Meere unter Sturm und Winden ist:
Ein Gebeth, ein heiser Seufzer treibt den andern immer fort;
Eine Thräne jagt die andre, bis er kömmt zum Seegens-Port.
Gedichte
Sidonia Hedwig Zäunemann
Eine Welle treibt die andre, also macht es auch ein Christ,
Wenn er auf dem Unglücks-Meere unter Sturm und Winden ist:
Ein Gebeth, ein heiser Seufzer treibt den andern immer fort;
Eine Thräne jagt die andre, bis er kömmt zum Seegens-Port.
Das Gedicht "Eine Welle treibt die andre..." stammt von Sidonia Hedwig Zäunemann (1711 - 1740).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.