O Möcht ich itzt doch schön vohn deiner Schönheit singen!

O Edle halb Göttin! dann deine hohe Zier

scheint wie der Sonnen Licht / und nimpt mich selber mir.

Ich wil dein hohes Lob ans Dach des Himmels bringen /

da soltu durch den Neid und alle Missgunst dringen.

Dein schöner Augenglantz bricht wie die Sonn herfür /

dein Purpur Angesicht / und was noch sonst bey dir /

ist Göttlich üm und an / du kanst die Hertzen zwingen.

Dein Mund ist Rosenroht / die Brust Albasterstein /

du magst / O Galate / die andre Venus seyn /

das zeuget deine Zier / dein lieblich Sehn / dein Lachen /

du bist der Nimphen Zier; ein Weib / das einen Mann

so bald er sie anschawt / mit Liebe tödten kan /

ist deiner Schönheit Licht noch nicht einst gleich zu machen.


Das Gedicht "O Möcht ich itzt doch schön vohn deiner Schönheit singen..." stammt von   (1621 - 1638).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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