Ach wiltu mich verlassen /
O liebste Galate?
du meinst / die ich nicht seh /
die müß ich auch fort hassen;
Nein / ich lieb solcher massen /
daß ich für dich vergeh /
und schmeltze / wie der Schne /
den Phebus pflegt zu fassen.
Du bist mein Freud und Wonn′
und meines Hertzens Sonn′!
Ach sih′ / ich bin ergeben
dem / das du wenig liebst /
und darüm mich betrübst /
dem losen Venus Leben.
Das Gedicht "Ach wiltu mich verlassen..." stammt von Sibylla Schwarz (1621 - 1638).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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