Es flieht, das Schiff, das Daphnen weg

Zu fernem Ufer führt!

Zwar dich umflattre Zephir nur,

Nur Liebesgötter dich!

 

Ihr Wellen, hüpfet sanft ums Schiff!

Wenn nun ihr süsser Blick

Auf euern sanften Spielen ruht,

Ach, dann denkt sie an mich.

 

Ins Ufers Schatten singe dir

Jetzt jeder Vogel zu;

Und Schilf und Sträuche winket ihr

Von sanftem Wind bewegt.

 

Du glatte See bleib immer sanft!

Du trägst das schönste Kind

Das je den Fluten sich vertraut;

Rein, wie der Sonne Bild

 

Das dort auf deinem Spiegel stralt,

Schön wie die Venus einst

Als sie, aus weissem Schaum hervor,

Auf ihre Muschel stieg.

 

Die Wassergötter, die sie sahn,

Vergassen da entzückt

Ihr plätschernd Spiel, vergassen da

Die schilfbekränzte Nymph.

 

Sie sahn der Eifersüchtgen Blick

Und lächelnd Winken nicht;

Die süsse Göttin sahn sie nur,

Bis sie ans Ufer stieg.


Das Gedicht "Die Schiffahrt" stammt von   (1730 - 1788).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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