Wo bin ich? wie! wo schlief ich dann,
Die dunkle Nacht hindurch?
Hier lieg ich unter diesem Baum,
Hier ich, mein Becher - - dort im Gras,
Dort liegt mein Kranz, die Flöte da,
Bald glaub ich, daß ich gestern hier,
Im starken Rausche sank.
Gedichte
Salomon Gessner
Wo bin ich? wie! wo schlief ich dann,
Die dunkle Nacht hindurch?
Hier lieg ich unter diesem Baum,
Hier ich, mein Becher - - dort im Gras,
Dort liegt mein Kranz, die Flöte da,
Bald glaub ich, daß ich gestern hier,
Im starken Rausche sank.
Das Gedicht "Die Muthmassung" stammt von Salomon Gessner (1730 - 1788).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.