Mein Herz, mein Löwe, hält seine Beute fest,
Sein Geliebtes fest in den Fängen,
Aber Gehasstes gibt es auch,
Das er niemals entlässt
Bis zum letzten Hauch,
was immer die Jahre verhängen.

Es gibt Namen, die beflecken
Die Lippen, die sie nennen,
Die Erde mag sie nicht decken,
Die Flamme mag sie nicht brennen.
Der Engel, gesandt, den Verbrecher
Mit der Gnade von Gott zu betauen,
Wendet sich ab voll Grauen
Und wird zum zischenden Rächer.

Und hätte Gott selbst so viel Huld,
zu waschen die blutrote Schuld,
Bis der Schandfleck verblasste -
Mein Herz wird hassen, was es hasste,
Mein Herz hält fest seine Beute,
Dass keiner dran künstle und deute,
Dass kein Lügner schminke das Böse,
Verfluchtes vom Fluche löse.


Das Gedicht "Mein Herz, mein Löwe…" stammt von   (1864 - 1947).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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