Ihr Grotten, Quellen ihr,
Die aus dem Felsrevier
Hinstürzet unverwandt,
Ein gleitend Band,
Ihr Wälder, Bachgerinn
Durch grüne Wiesen hin,
Ihr Ufer, Haine dort,
Vernehmt mein Wort.
Will es die Schicksalsstund,
Daß ich nun geh zugrund,
Und wird genommen mir
Was schön war hier,
Soll nimmermehr es sein,
Daß man aus Marmorstein
Voll übertriebener Pracht
Ein Grab nur macht.
Ein Baum soll mich allein
Beschatten statt dem Stein,
Mit seiner Blätter Kleid,
Grün alle Zeit.
Das Gedicht "Wie ich mir mein Grab wünsche" stammt von Pierre de Ronsard (1524 - 1585).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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